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Freitag, 12. Juni 2015

Ich liebe dich, Lorelai von Fenia Kubin

Ein solider Highschool-Roman mit erotischen Elementen. Süß und sexy und haaaach! 



»Ich habe keinen Spaß. Ich liebe sie gottverdammt. Ich will, dass sie mich auch liebt. Nicht weniger. Und vielleicht etwas mehr. Sehr viel mehr.« 

Eine Highschool. Die Neue. Sex. Und vielleicht Liebe. 

Matan ist unsichtbar, er ist der Nerd, der niemandem auffällt. Bis Lora im letzten Jahr an seine Schule wechselt und ihn aus unerklärlichen Gründen auserwählt. Sie teilen ein Geheimnis, das niemand wissen darf. Und alles scheint zu funktionieren, bis Matan mehr will ... bis Matan Lora will. Und zwar ganz.

Lorelai weiß was sie will. 
Matan auch. 

Und Fenia Kubin, die beide erschaffen hat, weiß erst Recht was sie will! 
Die Autorin begeistert in ihrem Debütroman "Ich liebe dich, Lorelai" mit einem herzerfrischenden und selbstironischen Protagonisten (Matan Coen) der sich mit seiner Unbeliebtheit abgefunden hat und sich selbst witzhaft als Kaugummi an einer Spindtür bezeichnet. 

Sein Leben (und seine Sicht darauf) ändern sich allerdings schlagartig, als Lorelai in sein Leben tritt. Naja, eigentlich tritt sie nicht direkt in SEIN Leben. 
Loreai Summerfield, die von allen nur Lora genannt wird, ist die Neue auf seiner Highschool und DER HAMMER, wenn man Mat glauben darf. Damit beginnt auch gleich das erste Kapitel, wir tauchen ein in die Welt des Matan Coen. Eine Welt in der man am Unbeliebtentisch sitzt und die hübsche Neue nur aus der Ferne anschmachten darf. 
Trotzdem ist Matan sich sicher: Er liebt Loreai. 
Und obwohl er nicht einmal im Traum daran gedacht hätte, dass sie ihn überhaupt bemerkt, kommt alles ganz anders.

Der Roman wird aus Sicht des achtzehnjährigen Matan Coen erzählt und auch wenn von einer Frau geschrieben, wirkt er doch so unglaublich authentisch, dass man ihn einfach lieben muss. 
Die Autorin begeistert mit viel Witz und Selbstironie in "Ich liebe dich, Lorelai." Mit kurzen, manchmal abrupt beendeten Sätzen und heißen [;)] Dialogen tauchen wir ein in die Geschichte von Matan Coen und Lorelai Summerfield, die angelehnt ist, an so viele Teenager-Filme und doch so ganz anders daherkommt, als man es am Anfang erwarten könnte. Ich konnte es nur schwer aus der Hand legen und hatte es innerhalb von drei Tagen durch.

Eine absolute Kaufempfehlung geht an die, die gern einen Erotikroman MIT Geschichte lesen, an alle die glauben, sie hätten die Pubertät längst hinter sich gelassen und an diejenigen, die auf einen spritzigen und direkten Schreibstil abfahren. Und ... okay, ich geb's auf: EINE LESEEMPFEHLUNG GEHT AN EINFACH ALLE, die sich trauen ;)





George & Joshua - Der Weg der Hoffnung (Hannah Ben) REZENSION

Du behandelst alle gleich, ist das nicht irgendwie grausam?




George und Joshua, der aktuelle Jugendroman von Hannah Ben, die uns zuvor schon mit der Geschichte über Chris & Sara überzeugte, liefert einiges an Input - zum Beispiel die Frage: Wie geht man als herzensguter und angepasster Mensch damit um, wenn einen jemand völlig ohne Grund nicht leiden kann? Und wie reagiert man, wenn einen alle ansehen, als wäre man jemand anders?

George Saphir besucht die christliche Klosterschule St. Antonia, wo er auch auf den zugeknöpften Joshua trifft, als dieser neu in seine Klasse kommt. Obwohl sich normalerweise jeder gut mit George versteht, weil man ihn einfach liebhaben muss - sieht Joshua das anders. Er wirft ihm sein Gutmensch-sein vor und die beiden geraten immer wieder aneinander, naja, mehr oder weniger, da man mit George, der sich immer für alles die Schuld gibt, nur sehr schwer aneinandergeraten kann. 

Das Buch befasst sich subtil mit den Themen von Verlust und Erwachsen-werden und das einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel und ist deshalb empfehlenswert für junge Leser, die sich gerade inmitten der Phase befinden, in der sie nach sich selbst suchen, genauso aber für Leser von 20 und 20+, da es ihnen sicher helfen kann, einen Einblick in die Denkweise von jungen Menschen zu bekommen.

Hannah Ben schafft es gekonnt mit ihrer Sprache uns die Innenwelt von George nahezubringen und so macht es einfach Spaß, den Kleinen durch das Buch beim Erwachsen-werden zu verfolgen. Denn George macht eine Veränderung durch und lernt für sich selbst und für's Leben. 

Das Cover überzeugte mich von Anfang an. Zum einen weil es nicht direkt mit Personen arbeitet und einem so noch die Fantasie bleibt, sich George und Joshua vorzustellen und zum anderen, weil es mit dem Klavier zart auf etwas hinweist, dass im Buch sehr wichtig wird, im Klappentext aber nicht auftaucht. So schlägt Hannah Ben eine gute Verbindung zwischen Einband und Geschichte. Da außerdem sehr unaufdringliche Farben verwendet wurden, um dieses Cover zu gestalten und das perfekt zu George passt - unaufdringlich und sanft - halte ich das komplette Werk mit diesem Cover für sehr schön abgerundet.

Einen kleinen Abzug gebe ich, weil ich als Christin nicht wirklich von George's Gläubigkeit überzeugt wurde. Das war mir nicht tiefgründig genug.

Trotzdem ein gelungenes Jugendbuch und eine ABSOLUTE KAUFEMPFEHLUNG für alle, die sich schon immer gefragt haben: "Was passiert, wenn du alles richtig machst - und dann kommt einer und kritisiert dich trotzdem?"
















Mittwoch, 20. August 2014

Diabolik Lovers (Anime) ~ Kritik

Sprache: japanisch

Untertitel: deutsch


Titel: Diabolik Lovers

Anzahl: 12 Folgen á 15 Minuten

adaptiert von: Visual Novel

Genre: supernatural, romance, horror (?)

Charakter Design: Yuuko Yahiro

Musik: Yuuki Hayashi


Storyboard
Die 17-jährige Oberschülerin Yui Komori zieht - auf Wunsch ihres Vaters - in eine neue Stadt und dort in ein altes Herrenhaus. Sie trifft auf die fünf sadistischen Sakamaki-Halbbrüder, die dieses bewohnen und ihr von Anfang an klar machen, was Yui für sie ist: Ein Opfer. 


eigene Meinung
Ich habe wohl noch nie einen Anime gesehen, bei dem sich die Meinungen so klar gliedern! Gleich zu Beginn muss ich sagen: Ich habe das Spiel nicht gespielt und ich bin sicher, wenn ich es getan hätte und den Anime nur zur Ergänzung gesehen hätte, wäre meine Meinung vielleicht anders ausgefallen.

Aber beginnen wir am Anfang. Jede Folge beginnt mit einer großen goldenen Uhr, die mithilfe ihrer Zeiger die jeweilige Folge anzeigt. Das fand ich eine mal etwas andere und daher gute Idee, denn dies passt gut zu der alten Herrenhausstimmung, die hier vermittelt werden soll. Ist der Zeiger einmal ganz rum, endet der Anime.
Insgesamt ist es wohl relativ schwer, in eine Folge von nur 15 Minuten Spielzeit (mit Opening-theme und Abspann), viel Story und Spannung hinein zu packen. Im Gegensatz zu vielen Kritiken, die dies stark bemängeln, muss ich aber sagen, dass ich schon durchaus langweiligere Animes gesehen habe. Für die 12 Folgen á 15 Minuten fand ich die Geschichte gut aufgeteilt.

Nun zu den Charakteren: Insgesamt gibt es sechs Protagonisten (Yui und die Sakamaki-Brüder) und vier Nebencharaktere (die drei Mütter und den Onkel der fünf) und obwohl es nicht viele Folgen sind, lernt man - zumindest die Proti's - schon ziemlich gut kennen. Man bekommt durch Rückblenden immer wieder die Möglichkeit, die Handlungsweisen der Brüder zu verstehen und auch wenn sie einem nicht wirklich sympathisch sind, kann man ihre Beweggründe doch mehr oder weniger nachvollziehen, was ich bei einer Geschichte über Sadismus - der nur von einer Partei gewollt ist - überaus wichtig finde.

Über Yui dagegen erfährt man nicht sehr viel, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, sie sei mir fremd. Ich erachte sie als ziemlich einfach gestrickten Charakter, für den Rückblenden nicht unbedingt wichtig sind. Was mir allerdings gefehlt hat, ist eine Erklärung für die Sache mit ihrem Vater. Man bekommt Bröckchen hingeworfen, die aber nie aufgeklärt werden. Dafür hätte man sich meiner Meinung nach etwas mehr Zeit nehmen können. Allerdings ist es möglich, dass diese Fragen sich im Spiel klären, wie schon gesagt, bezieht sich diese Kritik ausschließlich auf den Anime und sollte eher die Leute ansprechen, die das Spiel nicht gespielt haben.
Yui an sich wirkt oft wie das Klischeé vom "dummen Blondchen" - rennt sie weg, fällt sie kurz darauf über ihre eigenen Füße. Hat sie die Chance zu fliehen, bleibt sie freiwillig. Und statt sich so oft es geht zu verstecken (wie ich es wohl tun würde, wenn fünf Vampire regelmäßig auf mein Blut aus wären) läuft sie ihnen auch noch naiv hinterher. Hört sie jemanden Piano spielen, steht sie kurz darauf im Zimmer. Sieht sie, wie einer der Brüder im zweiten Stock auf dem Balkongeländer mit den Beinen baumelt, versucht sie ihn vom vermeintlichen Selbstmord abzuhalten. Das finde ich alles nicht sonderlich nachvollziehbar, ich kann es mir nur so erklären, dass damit ihre Unschuld und Freundlichkeit zum Ausdruck gebracht werden soll, außerdem die Tatsache, dass sie sehr gläubig ist.

Den Zeichenstil empfinde ich ebenfalls als angenehm, auch wenn oft gesagt wird, er sei nicht genug ausgearbeitet. Er ist einfach, dabei jedoch keineswegs schlecht. Yui selbst ist mit ihrem rosa Pullöverchen sehr süß dargestellt (oh, da fällt mir ein: Weiterer Pluspunkt. Yui trägt einen Pullover und eine kurze - aber weite - Hose. Manchmal auch eine Leggins. Hat sie mal ein Kleid oder ein Nachthemd an, dann geht es immerhin meistens bis zu den Knien!)

Die Synchronstimmen finde ich unglaublich gut gewählt (ich beziehe mich hierbei auf die japanischen), da jeder den Charakter der gesprochenen Person sehr gut einzufangen vermag und die Stimmen trotzdem alle miteinander harmonieren. Das Zuhören ist sehr angenehm.
Mein Endfazit ist: Zeitverschwendung ist der Anime auf keinen Fall. Wenn man etwas sucht, das nicht so zeitaufwendig ist (was er mit seinen insgesamt 180 Minuten definitiv nicht ist) und wenn man nicht unbedingt darauf bedacht ist, dass jeder gerecht behandelt wird (in Filmen, nicht im echten Leben) dann ist 'diabolik Lovers' durchaus einen Blick wert. Dafür muss man, wie in vielen Kritiken erwähnt - nicht unbedingt masochistisch oder sadistisch veranlagt sein!

Bilder / Screenshots: